Michael Böll


Geboren wurde ich in den 60er Jahren in der Pfalz. Die Flugtage der amerikanischen Luftwaffe in Ramstein und Sembach waren immer besondere Ereignisse für mich und das Ziel vieler Ausflüge mit der Familie. Nicht nur wegen dem leckeren Eis und den anderen amerikanischen Köstlichkeiten, die es damals in Deutschland noch nicht zu kaufen gab. Es waren nicht nur die ausgestellten Flugzeuge, sondern die perfekt vorgeführten Flugvorführungen der Kunstflugstaffeln, wie der "Thunderbirds" (USAF), "Red Arrows" (RAF), "Patrouille de France" (Armée de l'Air) und wie sie noch alle heißen.

Man könnte sagen, dass ich seit jüngster Kindheit vom Flugzeug-Virus befallen bin. Die Gefährlichkeit der Fliegerei war mir nichtsdestotrotz bewusst, umso mehr als einer der unglücklichen Starfighter auch noch in der Nähe meines Heimatortes am Boden zerschellte.

Der letzte Besuch in Ramstein erfolgte 1987 bei sehr schlechtem Wetter. Zum Glück war das Wetter am 28. August 1988 auch nicht optimal, wir waren zwar in der Nähe, entschieden uns aber gegen einen Besuch. Wieder zu Hause angekommen mussten wir geschockt die Fernsehbilder des grauenhaften Unfalls der italienischen Flugstaffel sehen, der 70 Todesopfer und 1000 Verletzte forderte.

All das tat jedoch meiner Faszination für das Thema "Fliegerei" keinen Abbruch. Im Gegenteil, im Fotoalbum auf dieser Seite poste ich Bilder und Videos von Flugzeugen und Flugvorführungen, die ich auf Flugtagen "geschossen" habe.

Ansonsten beschäftige ich mich mit Buchsatz und -Herstellung, Covergestaltung und eBooks.

 

 

Warum ich dieses Buch geschrieben habe


Nachdem sich im Jahr 2003 der erste Flug eines Flugapparates das 100te Mal jährte, gab es im Jahr 2014 das nächste Ereignis, welches 100 Jahre zurückliegt. Der Erste Weltkrieg.

Man wurde mit Dokumentationen über den Schrecken der Schlachten auf dem Land und in den Schützengräben überflutet, vom sinnlosen Sterben der ersten Jagdflieger wurde kaum ein Wort verloren. Den Blutzoll der Jagdflieger wurde zwar in vielen Spielfilmen geschildert, zuletzt 2008 mit Matthias Schweighöfer als "Roter Baron", was aber in diesen ganzen Filmen nicht deutlich wird, ist die Tatsache, dass der unschuldige Traum vom Fliegen durch den Krieg (der Vater aller Dinge) die Unschuld verlor.

Was so unschuldig mit dem Traum vom Fliegen begann und von Universalgenies, Wissenschaftlern und Idealisten, oft unter Einsatz des Lebens vorangetrieben wurde, ist im ersten Weltkrieg zur Tötungsmaschine mutiert. Die Entwicklung der Fliegerei konnte nur durch Enthusiasten vonstatten gehen. Diese Enthusiasten riskierten nicht nur Familie, Gesundheit und Wohlstand sondern in manchen Fällen ließen sie auch ihr Leben. Sie mussten Schiksalsschläge hinnehmen, die sie ihres Lebens nicht mehr froh werden ließen.

Aus den Grashüpfern der ersten Stunde wurden Flieger. Die Flieger wurden zu Jagdfliegern und benutzten das Flugzeug von nun an zum Töten. Die begabtesten von ihnen entwickelten Flugmanöver und Taktiken, die auch heute noch aktuell sind und deren Namen tragen (Immelmann-Turn). Tatsache aber ist auch, dass die durchschnittliche Lebensdauer englischer Piloten im Kriegseinsatz als Jagdflieger sich auf 96 Stunden belief. Sie schufen einen Ehrenkodex, wie die Ritter des Mittelalters, der sie jedoch auch nicht unsterblich machte.

So verwundert es auch nicht, dass die meisten der herausragenden Köpfe, die die Jagdfliegerei hervorbrachte, den Krieg nicht überlebten und als junge Männer starben. Ihre Schicksale sind, bis auf wenige, im Lauf der Zeit verblasst. In meinem Buch wird anhand von Biografien an die bekanntesten dieser Piloten erinnert. Es waren Männer, die wichtig für die Entwicklung des Traumes vom Fliegen waren, und die, die im Krieg für ihr Land "geopfert" wurden.

Die Biographien, mit vielen historischen Fotos bebildert, sind eingebettet in Texte, die die technischen und politischen Aspekte erklären und den Traum vom Fliegen mit spannenden, wahren Geschichten schildern.

Dies ist der Anfang einer Reihe von Büchern, die die "Himmelsstürmer" heißt. Auf diesen Seiten wird der erste Band besprochen, der da heißt: "Wie das Flugzeug die Unschuld verlor".